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LAMD 2018 absolvierte zwei Übungstage auf der MÜB

Am 17. und 18. September hatte die Grundausbildung (LAMD 2018) die Möglichkeit, zwei Übungstage auf der Mobile Übungsanlage Binnengewässer (MÜB) zu absolvieren.

Die MÜB ist ein grenzüberschreitendes modernes Ausbildungszentrum, welches auf die Taktik und Technik zur Gefahrenabwehr auf Binnenwasserstrassen wie zum Beispiel Schiffshavarien, chemische Risiken im Rahmen des Gefahrgütertransports und Schiffsbrände spezialisiert ist. Sie liegt derzeit in einem der Hafenbecken der Stadt Mannheim.

Der erste Übungstag begann mit einer Einweisung über die allgemeine Gefahren bei Schiffsbränden beziehungsweise Hilfeleistungen an Schiffen. Ergänzend wurden Begriffe der Schifffahrt sowie Besonderheiten an Bord erläutert.

Mit Spannung stiegen die Auszubildenden anschließend in die Übungen ein. Die erste Übungseinheit bestand aus „dem Fall ins Wasser“. Hierbei wurde das Abstürzen eines Atemschutzgeräteträgers ins Wasser angenommen. Ein dafür vorgehaltenes Schwimmbecken an Bord des Schiffes machte ein gefahrloses Trainieren möglich.

Mit Brandschutzkleidung, Pressluftatmer und Rettungsweste sprangen die Teilnehmer in das 2,5 Meter tiefe Becken. Hierbei wurden Möglichkeiten und Grenzen der Atemschutztechnik durchgesprochen, der Umgang mit der Rettungsweste geübt und das „Anlandkommen“ trainiert.

Die zweite Einheit bestand aus der Sicherung eines in Schieflage geratenen Überseecontainers. Die Teilnehmer lernten das Sichern und Öffnen von Schwerlasttüren, welche unter dem Druck nachrutschender Ladung standen sowie das Absuchen von Containern. Hierbei kamen der Gerätesatz Absturzsicherung, diverse Leinen sowie hydraulische Rettungsgeräte zum Einsatz. Hinweise auf besondere Gefahren bei Containern wie beispielsweise das Einbringen von Gas zur Schädlingsbekämpfung rundeten die Übungseinheit ab.

Am zweiten Tag stand die Brandbekämpfung im Vordergrund. Als erste Übungseinheit wurde das Übersteigen auf ein Schiff von der Wasserseite aus geübt. Hierzu mussten die Atemschutzgeräteträger von einem Mehrzweckboot über Strickleitern und Netze das havarierte Schiff erklimmen. Die Einheit forderte viel Gleichgewichtssinn, Kraft und Ausdauer. Auf dem Schiff angekommen musste ein Brand in einem Maschinenraum bekämpft werden. Um die spezielle Taktik der Schiffsbrandbekämpfung umsetzen zu können wurde im Rahmen eines Unterrichts diese durchgesprochen.

Dann ging es zur Praxis. Der Einstieg durch eine enge Luke war zu Beginn die erste Hürde. Anschließend musste eine Schlauchleitung durch den Rumpf des Schiffes vorgenommen werden. Diese führte durch Lagerräume, Kabinen und Treppenräume bis hin zum Brandraum. Die gasbefeuerten Brandstellen wurden abgelöscht. Durch die Hitze wurde der Metallrumpf erwärmt und musste gekühlt werden. Der Wärmestau im Innern des Schiffes machte diese Übung körperlich extrem anstrengend. Aufgrund der hohen Belastung wurde immer im Stoßtrupp vorgegangen.

Am Ende der Übungstage waren alle Beteiligten der Meinung, dass die Vermittlung von Grundlagen der Schiffsbrandbekämpfung für Feuerwehren mit Binnengewässer wichtig und notwendig ist. Nur so kann im Falle eines Schiffsbrandes beziehungsweise eines Schiffsunfalls effektiv und sicher eingegriffen werden.

Vielen Dank an die Crew der Regina Rheni und Herrn Wilbert von der Landesfeuerwehrschule.



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