Im Sommer 1991 wurden Bundesweit 5 RTZ von der DB beschafft

Feuerwehr Stuttgart

RTZ Rettungszug (Deutsche Bahn AG)
Im Sommer 1991 wurden Bundesweit 5 RTZ von der DB beschafft
Funkrufname: Rettungszug Stuttgart

Geschichte

Im Mai 1991 wurden mit der Inbetriebnahme der ersten InterCityExpress-Züge (heute als ICE 1 bezeichnet) der damaligen Deutschen Bundesbahn mit einer planmäßigen Höchstgeschwindigkeit vom 250 km/h und mit den beiden Neubaustrecken von Hannover nach Würzburg und von Mannheim nach Stuttgart der Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland aufgenommen. Im Jahr 1998 folgte eine weiter Hochgeschwindigkeitsstrecke von Hannover nach Berlin und 2002 von Frankfurt a.M. nach Köln. Für Unfälle in Tunnelanlagen, auf Brücken oder in schlecht zugänglichem Gelände musste die Deutsche Bahn AG ein spezielles Rettungskonzept entwickelt. Beginnen mit der Vorstellung des ersten, anfänglich noch als Tunnelhilfszugs (TuHi) bezeichneten, Rtz im Jahr 1998 wurden bis Sommer 1991, dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Neubaustrecken, insgesamt fünf solcher TuHi beschafft.

Konzept

Der in Kornwestheim stationierte Rtz ist ein so genannter Einrichtungszug. Er besteht aus Transportwagen 1, Gerätewagen, Löschmittelwagen, Sanitätswagen und Transportwagen 2. Zwei modifizierten Diesellokomotiven der DB-AG-Reihe 714 befinden sich vorne und hinten am Zug, sodass dieser im Einsatzfall vollautomatisch in ein Stammteil und Pendelteil geteilt werden kann. Dieses Konzept ermöglicht es, bei einem Einsatz mit dem hinterem Zugteil (Pendelteil) Fahrgäste eines verunglückten Zuges so rasch wie möglich aus dem Gefahrenbereich zu bringen, während die andere Zughälfte (Stammteil) vor Ort verbleiben kann.

Die speziellen Rettungszüge werden von der DB AG in ständiger Bereitschaft vorgehalten. Sobald die Feuerwehr und evtl. ein SEG (Sonder-Einsatz-Gruppe des Rettungsdienstes) + 2 Notärzte den Rtz besetz haben, rückt dieser aus. Zu den primären Aufgaben des Rettungszuges gehören das Retten und Bergen sowie das Versorgen und Transportieren von in Tunnels oder auf Brücken verunglückten Personen.

Der Rettungszug

RTZ Rettungszug - Diesellok

Diesellok

Für den Einsatz des Rettungszuges stehen 2 Zuglokomotiven der Baureihe 714 zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um modifizierte Diesel-Streckenlokomotiven der Baureihe 212. So erhielten die Lokomotiven jeweils am Ende des kurzen Vorbaus zusätzlich vier Scheinwerfer, eine orangefarbene Rundumkennleuchte sowie je eine Video- und Wärmebildkamera. Jeweils zwei Diesellokomotiven werden für einen Rettungszug benötigt. Beide Treibfahrzeuge sind nicht gasdicht und können deshalb vom folgendem Transportwagen aus, mittels eines eingebauten Hilfsführerstand, ferngesteuert werden.

RTZ Rettungszug - Transportwagen

Transportwagen

Die beiden identischen Transportwagen 1 und 2 der Bauart 380 wurden von Talbot auf ehemalige Reisezug-Fahrwerken aufgebaut und können insgesamt 120 Menschen transportieren. Beide Transportwagen haben jeweils eine eigene Energieversorgung. Für den Erstangriff am Notfallort verfügt der Transportwagen 1 über eine größere Zahl von Langzeitatemschutzgeräten. Der aus zwei druckdichten 40-Fuß-Containern bestehende Transportwagen 1 verbleit am Notfallort an der Einsatzstelle und ermöglicht eine medizinische Erstversorgung der Patienten. Zugang zu den Transportwagen sowie zum Sanitätswagen erhält man nur über eine Luftschleuse am Eingang, die zusätzlich mit einem Luftschleiergebläse an den Eingangstüren vor einer möglichen Kontamination schützt. Ein eingebauter Hilfsführerstand ermöglicht dem Lokführer vom Transportwagen aus, mit Hilfe der Video- und Wärmebildkamera, die Diesellokomotive sicher in einen verrauchten Tunnel zu fahren.

RTZ Rettungszug - Gerätewagen

Gerätewagen

Als Fahrgestell für den Gerätewagen der Bauart 381 wurde ein Tieflader der Gattung Uaik 721 verwendet. Dies ermöglicht ein schnelleres und einfacheres Entladen des schweren Bergungsgerätes. Transportiert werden Krankentragen, Löschmittel, Diesel-Strom-Generatoren, Schneid- und Spreizwerkzeuge für den Erstangriff direkt an der Unfallstelle. Sowie die Überleiteinrichtungen (Relais), die den Kontakt aus dem Tunnel zur Einsatzleitung herstellen.

RTZ Rettungszug - Löschmittelwagen

Löschmittelwagen

Der Löschmittelwagen der Bauart 383 wurde von der Deutschen Bundesbahn auf einem Flachwagen der Bauart Rs 684 aufgebaut. Der darauf gesetzte 40-Fuß-Container beherbergt Tanks für 20.000 l Löschwasser und 1000 l Schaum, sowie zwei Feuerlöschkreiselpumpen (FP 8/8). Des Weiteren befinden sich auf dem Waggon zusätzliche Pumpen (ETP), Saugschläuche und versch. Zumischer. Auf dem Vorbau sind zwei schienengebundene Handwagen befestigt, mit dem nicht mehr gehfähige Verletzte oder Rettungsgeräte auf dem Nebengleis vom oder zum Notfallort gebracht werden können.

RTZ Rettungszug - Sanitätswagen

Sanitätswagen

Der Bau des Sanitätswagens der Bauart 382 erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem damaligen Drägerwerk Lübeck. Wie die beiden Transportwagen, so wird auch der aus zwei druckdichten 40-Fuß-Containern bestehende Sanitätswagen mit Atemluft aus einer speziellen Sauerstoff-Anlage versorgt. Diese ist im Technikraum des Sanitätswagens untergebracht. Durch eine Luftschleuse ist der umluftunabhängige Wagen gegen eine Kontamination von außen geschützt. An diese schließt sich unmittelbar der Sichtungsbereich an. Der Versorgung- und Wartebereich hat zwei Notarzt-Behandlungsplätze und bietet Platz für insgesamt 34 Liegendpatienten.

RTZ Rettungszug - Transportwagen 2

Transportwagen

In der Regel pendelt der Transportwagen 2 im Verbund mit der Diesellok 2 zwischen der Unfallstelle und einer entfernt gelegenen Verletzten-Sammelstelle. Der Transportwagen 2 ist im Aufbau identisch mit dem Transportwagen 1, er verfügt zudem über eine automatische Kupplung, die ein schnelles Andocken und Entkuppeln an den Sanitätswagen ermöglicht. Der Transportwagen ist zusätzlich, an der Schleuse zum Sanitätswagen, mit einer Video- und Wärmebildkamera ausgestattet, sie ermöglichen dem Lokführer ein sicheres einfahren des Pendelteils in den Tunnel.

RTZ Rettungszug - Diesellok 2

Die Diesellok 2 ist identisch zur Diesellok 1

Die Diesellok 2 ist identisch zur Diesellok 1.

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Der Zweirichtungszug

Zwei der sechs in Deutschland stationierten Rettungszüge sind als so genannte Zweirichtungszüge aufgebaut. Sie sind in zwei Richtungen einsetzbar, die Einrichtugszüge müssen im Einsatzfall ggf. gewendet werden. Dies wird aber in aller Regel nicht vorkommen, da die Rettungszüge an strategisch wichtigen Einsatzstellen stationiert sind.
Anders als beim Einrichtungszug hat der Zweirichtungszug einen zweiten Sanitätswagen und beide Transportwägen sind mit einer automatischen Kupplung und einer zusätzlichen Video- und Wärmebildkamera ausgestattet. So kann jeweils der hintere Transportwagen mit der zugehörigen Diesellok als Pendelteil eingesetzt werden kann.

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