Gehobener feuerwehrtechnischer Dienst

Die Ausbildung für diese Laufbahn des „gehobenen feuerwehrtechnischen Dienstes“ dauert zwei Jahre und qualifiziert den Absolventen sowohl für das Führen einer Wachabteilung, als auch für eine fachbezogene Tätigkeit in einer der feuerwehrtechnischen Fachabteilungen der Branddirektion. Neben der Teilnahme an vorgeschriebenen Fachlehrgängen und Seminaren hospitiert der Beamte während eines Teils seiner Ausbildungszeit bei einer anderen Berufs- und einer Werkfeuerwehr, dem Amt für öffentliche Ordnung sowie bei der Polizei in Stuttgart. Ein Schwerpunkt der Ausbildung ist aber immer noch die einsatztaktische Führung, denn schließlich entscheidet er irgendwann einmal als „Teamleiter“ eines Löschzugs, wie Mannschaft und Technik für die Bewältigung eines Schadensereignisses eingesetzt werden sollen.
Die Last der Verantwortung ist in diesem Fall enorm. Man versuche sich nur einmal die Situation eines Brandes in einem Wohngebäude vorzustellen. Der Zugführer trifft mit seinem Löschzug nach der Alarmierung gerade vor Ort ein. Überall stehen Menschen, einige laufen gleich auf ihn zu und teilen ihm mit, dass in der Wohnung, aus deren Fenstern mittlerweile Flammen schlagen, angeblich eine Familie mit kleinen Kindern wohne. Im Stockwerk darüber macht sich in diesem Moment gerade eine Frau schreiend bemerkbar, die offensichtlich nicht mehr durch das verrauchte Treppenhaus fliehen konnte.
Solche Situationen dulden keine Verzögerung, kein langes Nachdenken über mögliche einzuleitende Maßnahmen, jeder überflüssiger Gedanke kann das Leben eines Menschen kosten. Es bleiben nur wenige Sekunden um zu überdenken, wie die Frau am Fenster oder die vermutete Familie in der Wohnung gerettet werden kann, wie der Brand zu bekämpfen ist, wie die Mannschaft am sinnvollsten eingeteilt wird, wie die Fahrzeuge am günstigsten positioniert werden oder in welchem Umfang weitere Kräfte nachgefordert werden müssen. Die künftigen Zugführer werden während ihrer Ausbildung darin geschult, mit solchen Situationen umgehen zu können, die Situation rational zu überdenken und gedankenhemmenden Stress, der sich angesichts schreiender oder verletzter Menschen entwickelt, in den entscheidenden Momenten zu ignorieren. Ihre Aufgabe ist es, in Fällen wie dem soeben geschilderten die Kontrolle über sich und die Mannschaft zu behalten und so die zentrale Aufgabe einer Feuerwehr, nämlich die Rettung von Menschen, vor Ort in die Tat umzusetzen.
Nicht immer entstammen die Angehörigen des gehobenen Dienstes den Reihen des mittleren Dienstes. Immer häufiger finden auch „Quereinsteiger“ den Weg in die Berufsfeuerwehr Stuttgart. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Fachhochschulingenieure, die sich direkt für diese Laufbahn innerhalb einer Feuerwehr bewerben und auf diese Weise entsprechendes KnowHow importieren.

Einsatzdienst:

Der Beamte des gehobenen Dienstes übernimmt Führungsaufgaben an der Einsatzstelle geprägt durch Erkundung der Schadenslage, Beurteilung und Einleitung der zur Gefahrenabwehr erforderlichen Maßnahmen sowie deren Überwachung und Anpassung an das dynamische Einsatzgeschehen. Er kann wie folgt eingesetzt werden:

  • als Zugführer
  • als Leiter eines Einsatzabschnittes bei größeren Einsätzen
  • als Einsatzleiter von mehreren Zügen oder bei besonderen Einsätzen
  • als Taktischer Führer in der Einsatzzentrale (Leitstelle) oder als Lagedienstführer
  • in Einsatzleitungen oder Führungsstäben bei Großschadensereignissen oder Katastrophen

Sachbearbeiter einer Fachabteilung:

Der Beamte versieht seinen Dienst in der Regel im Tagesdienst bei einer der folgenden Abteilungen.

  • Einsatz
  • Technische Dienste
  • Vorbeugender Brand und Gefahrschutz

Zugführer:

Der Zugführer leitet eine Schichtgruppe einer Feuerwache ( im 24-Stunden-Schichtdienst der Wachabteilung ) und ist verantwortlich für:

  • Die Personalführung
  • Technische Dienste
  • Die Sicherstellung der Einsatzbereitschaft
  • die Einteilung und Überwachung von Werkstatt-, Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten der Geräte und Fahrzeuge.

In einem 15-tägigen Rhythmus übernimmt er die Funktion des Einsatzleiters vom Dienst im 24-Stunden Dienst, zuständig im Einsatz für die Führung eines Löschzuges (bei fehlendem Zugführer ) oder zur Koordination von 2 Löschzügen (z.B. BF und FF).

Ausbildungsinhalte:

Der Vorbereitungsdienst für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst dauert 24 Monate und schließt mit der Laufbahnprüfung für die Befähigung zur Laufbahn des gehobenen feuerwehrtechnischen Dienstes an der Landesfeuerwehrschule ab.

Er beinhaltet im Grundsätzlichen folgende Themen

  • Grundkenntnisse und -fertigkeiten des Feuerwehrdienstes (Grundausbildung 6 Monate )
  • Einsatztaktik und -führung
  • Informations- und Kommunikationstechnik
  • vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz
  • Menschenführung
  • Verwaltung, Organisation, Betriebswirtschaftslehre
  • Rechtsgrundlagen
  • persönliches Verhalten im Einsatzdienst und im Dienstbetrieb, einschließlich Stressbewältigung( Vorbildfunktion )
  • Ausbildungs- und Präsentationstechniken
  • Dienstsport
  • zur Beamten Ausbildung gehörende allgemeine und rechtliche Inhalte

Die Ausbildung unterteilt sich in 2 Ausbildungsblocke

Ausbildungsblock 1

1. Abschnitt:

  • Feuerwehr-Grundausbildung
  • Der Beamte nimmt an der Feuerwehrgrundausbildung für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst teil.
  • Dauer 6 Monate

2. Abschnitt:

  • Berufspraktische Ausbildung
  • Der Anwärter nimmt in dieser Zeit am Einsatzdienst und Dienstbetrieb einer Feuer- und Rettungswache teil und lernt dabei auch Einsatzzentrale ( Leitstelle ) und andere Bereiche kennen.Weiter erfolgt eine Einweisung als Maschinist und in besondere Bereiche.
  • Dauer 3,5 Monate

3. Abschnitt:

  • FührungsAusbildung mittlerer Dienst
  • Teilnahme an der Ausbildung zum Gruppen-/Staffelführer
  • Dauer 2,5 Monate

4. Abschnitt:

  • Praktikum
  • Einsatzdienst in den Funktionen eines Gruppen- oder Staffelführers. Nach Einarbeitung bekommt er die Gelegenheit diese Funktion eigenverantwortlich auszuüben.
  • Dauer 2 Monate

Ausbildungsblock 2

5. Abschnitt: Brandinspektorenlehrgang – Teil 1
Schwerpunkt dieses Lehrganges ist die Ausbildung zum Zugführer mit folgenden Inhalten

1. Abschnitt:

  • Führung einer taktischen Einheit bis zur Stärke eines Zuges
  • Führungsorganisation
  • Einsatzrecht
  • Organisation des Feuerwehrwesens
  • Feuerwehrtechnik
  • Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz
  • Psychologie für den Einsatz(Stressbewältigung, Nachsorge)
  • Dauer 2,5 Monate

2. Abschnitt: Praktikum

  • Der Anwärter wird im Einsatzdienst in der Funktion eines Zugführers unter Aufsicht eines erfahrenen Kollegen tätig.
  • Er wird in Sachgebiete der Feuerwehr eingewiesen.
  • Auswärtige Abschnitte bei externen Behörden und Dienststellen (Polizei, andere Feuerwehr, Bauaufsicht ).
  • Dauer 2 Monate

3. Abschnitt: Brandinspektorenlehrgang – Teil 2 und Laufbahnprüfung
Inhalte dieses Lehrganges sind:

  • Grundlagen des Führungssystems bei Großschadenslagen bzw. Katastrophen
  • Informations- und Kommunikationstechnik
  • Verwaltungs- und Haushaltsrecht
  • Gesprächsführung
  • Grundzüge der Betriebswirtschaft ( Kostenermittlung und -rechnung )
  • Mitarbeiterführung und -Beurteilung
  • Dauer 2 Monate

Bewerbungen sind zu richten an:

Branddirektion Stuttgart
Personalabteilung
Mercedesstraße 35
70372 Stuttgart

Telefon: (0711) 5066-3101
Telefax: (0711) 5066-3109

E-Mail:

Bewerbungen per eMail oder Fax werden nicht bearbeitet.

Aus den eingegangenen Bewerbungen entscheidet die Branddirektion über die Einladungen zum erforderlichen Einstellungstest.

Bitte senden Sie uns nur Kopien ohne Plastikhüllen o.Ä., da keine Rücksendung erfolgt. Nach Abschluss des Auswahlverfahrens werden alle Unterlagen vernichtet.

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