Höherer feuerwehrtechnischer Dienst

Um den wachsenden Ansprüchen an eine Berufsfeuerwehr gerecht werden zu können, führt auch die berufliche Laufbahn von Akademikern immer häufiger in die Berufsfeuerwehr. Die Branddirektion Stuttgart beschäftigt z.B. Physiker, Chemiker, Bauingenieure und Fahrzeugtechniker in ihren Reihen. Sie sind durchweg im „höheren feuerwehrtechnischen Dienst“ beschäftigt. Auch diese Laufbahn beginnt mit einer zweieinhalbjährigen Ausbildung, die mit einer entsprechenden Staatsprüfung abschließt. Die Anwärter für den höheren Dienst müssen während ihrer Ausbildung insgesamt bei vier verschiedenen Berufsfeuerwehren hospitieren. Hinzu kommt ein weiterer Aufenthalt bei einem Regierungspräsidium. Der Fokus der Ausbildung liegt dabei bei der zukünftigen Leitung einer Fachabteilung oder einer ganzen Feuerwehr. Entsprechend vielschichtig ist die Ausbildung im gesamten Bereich des Managements einer Feuerwehr mit ergänzenden Lehrgängen und Seminaren an den Feuerwehrschulen in Münster (Westfalen) und Bruchsal sowie an der Verwaltungsakademie in Berlin. Doch auch hier spielt die Ausbildung für den Einsatz eine wichtige Rolle. Die Anwärter werden dabei jedoch nicht nur für das Führen eines Löschzuges, sondern auch für die Bewältigung von Großschadenslagen und Katastrophen trainiert, bei denen mehrere Löschzüge und große rettungsdienstliche Einheiten geführt werden müssen.

Allgemeine Tätigkeitsmerkmale

Einsatzdienst:

Der Beamte des höheren Dienstes übernimmt Führungsaufgaben an der Einsatzstelle geprägt durch Erkundung der Schadenslage, Beurteilung und Einleitung der zur Gefahrenabwehr erforderlichen Maßnahmen sowie deren Überwachung und Anpassung an das dynamische Einsatzgeschehen.
Er kann wie folgt eingesetzt werden:

  • Einsatzleiter bei größeren oder besonderen Einsatzstellen
  • Leiter eines Einsatzabschnittes bei Großschadenslagen
  • Leitung und/oder Mitwirkung in der technischen Einsatzleitung und in Führungsstäben

Innendienst:

Mit zunehmender Tendenz ist hier die Aufgabe als Abteilungsleiter in der Führung einer größeren Berufsfeuerwehr oder als Leiter eines besonderen Sach / Fachbereiches oder Leiter einer Feuerwehr zu nennen.

Diese Positionen beinhalten:

Personalführung und -entwicklung, Organisation, Grundsatzentscheidungen, Finanzen, Konzeption der Feuerwehrtechnik, Vorgaben im vorbeugenden Brand und Gefahrenschutz und Vertretung der Feuerwehr bzw. Dienststelle gegenüber den übergeordneten Führungsstellen und politischen Gremien sowie der Öffentlichkeit. Überregionale Zusammenarbeit z.B.in der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren, im Deutschen Feuerwehrverband, bei der Normung und in Prüfungskommissionen an den Landesfeuerwehrschulen.

Hohe, auch zeitliche Belastbarkeit und die Bereitschaft auch in der Freizeit über Funkmeldeempfänger erreichbar zu sein, werden vorausgesetzt.

Ausbildungsblock 1

Abschnitt 1 : Dauer 6 Monate

Feuerwehrgrundausbildung mittlerer feuerwehrtechnischer Dienst. Parallel informiert sich der Anwärter über die Feuerwehr, hospitiert bei Einsätzen und wird als Ausbilder tätig.

Abschnitt 2 : Dauer 2 Monate

Gruppenführer- / Zugführer-Lehrgang Führungs Ausbildung mittlerer Dienst und Brandinspektorenlehrgang Teil 1 zusammengefasst.

Abschnitt 3 : Dauer 3 Monate

Praktikum Teilnahme am Einsatzdienst und Dienstbetrieb einer Feuer- und Rettungswache. Information über Leitstelle und Fachabteilungen. Funktion als Staffel-/Gruppenführer und Zugführer in Begleitung erfahrener Führungskräfte.

Abschnitt 4 : Dauer 1 Woche

Zwischenprüfung
Praktische, schriftliche und mündliche Prüfung des 1. Ausbildungsblockes.

Ausbildungsblock 2

Abschnitt 5 : Dauer 1 Monat

Einsatztraining
Gezielte Schulung in praktischen Einsatzsituationen, in Einsatztaktik und Führung bei einer großen Berufsfeuerwehr.

Abschnitt 6 : Dauer 2 Monate

Verwaltungslehrgang
Verwaltungshandeln, -struktur, recht, Personal und Personalvertretungsrecht, Haushaltsrecht in der öffentlichen Verwaltung.

Abschnitt 7 : Dauer 2 Monate

Verwaltungspraktikum
Einführung in den Verwaltungsbereich einer Berufsfeuerwehr oder
Landesdienststelle

Abschnitt 8 : Dauer 1 Monat

Lehrgang Einsatzleitung
Schulung in der Leitung von Einsätzen und im Brand- und Gefahrenschutz an einer Landesfeuerwehrschule.

Abschnitt 9 : Dauer 2 Monate

Praktikum bei einer Feuerwehr
Schwerpunkt sind die Tätigkeit als Einsatzleiter unter Aufsicht eines erfahrenen Einsatzleiters und die Einführung in die Abteilung vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz.

Abschnitt 10 : Dauer 1 Monat

Management
In einem Führungslehrgang wird der Brandreferendar auf Managementaufgaben vorbereitet.

Abschnitt 11 : Dauer 2 Monate

Wahlabschnitt
Externer Abschnitt bei z.B. einer Werksfeuerwehr, größerem Unternehmen oder einer geeigneten Landesdienststelle in Absprache mit der Ausbildungsstelle.

Abschnitt 12 : Dauer 1 Woche

Laufbahnprüfung ( Staatsprüfung )
Anfertigen einer Hausarbeit zu einem feuerwehrbezogenen Thema mit vier Wochen Bearbeitungsdauer.
Zwei schriftliche Aufsichtsarbeiten mit jeweils 5 Stunden Bearbeitungsdauer. Eine mündliche Prüfung mit einem Planspiel, in der Einsatztaktik und Führung anhand eines Beispieleinsatzes durchgesprochen werden und die Befragung der Referendare.

Zusatzinformationen:

Da Brandreferendare nach der Ausbildung in der Regel nicht von der Ausbildungsfeuerwehr oder -stelle übernommen werden, sollten Sie sich bereits vorher um eine freie Stelle bemühen.

Ihre Bewerbung

Die Bewerber müssen die allgemeinen Voraussetzungen für die Übernahme in das Beamtenverhältnis erfüllen.
Die volle körperliche Eignung für den feuerwehrtechnischen Dienst und Atemschutztauglichkeit ( G26 Untersuchung ) ist durch ein amtsärztliches Zeugnis nachzuweisen.

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